Schlagwort: lesung

Alkoholexzess mit Anspruch

Als aktiver Teil der Weinerei halte ich mich hier etwas zurück mit Hymnen über diesen einzigartigen Ort. Eigenlob stinkt ja bekanntlich.

Nun war es aber so, dass am gestrigen Sonntagabend der Begriff Lesung quasi neu definiert wurde. Es wurde, nicht wie sonst in auf den Autorenbühnen dieser Welt, monoton gelesen bis auch die letzen Augenlieder zu sacken beginnen, nein. Es der Abend war aktiv, ja fast interaktiv. Das absurd groteske Buch „Die Reise nach Petuschki“ war Grundlage des Abends bzw. der Vortrag einzelner Kapitel daraus und zwar jeweils in der Originalsprache Russisch und in der deutschen Übersetzung. Selbst wenn man der Russischen Sprache nicht mächtig war, könnte man dem tollen Klang der Stimme von Antonia Levkina lauschen. Wer die Gags dann auch verstehen wollte (es musste ja welche gegeben haben, sonst hätten die russischsprachigen nicht eben noch gelacht) wartete gespannt auf die deutsche Übersetzung. Und die lohnte sich auch, so charmant und gefühlvoll vorgetragen, authentisch mit Wein und Wodka* in der Hand, von Natalie Keller.

In dem Buch geht es ja über nichts anderes als den andauernden Suff auf einer Zugfahrt und die ab- und ausschweifenden Gedankengänge dazu und die Poesie dabei. Das aktive Element des Abends waren die hörspielartigen Zuggeräusche, die eingespielt wurden, die Bilder und Videos von Fanseiten wie petuschki.net oder die Grafiken und Diagramme (zur Erläuterung Verschiedener Sufftypen), die dem Buch entnommen wurden und an die Wand projiziert wurden. Wodka wurde den Gästen zum Nachfühlen der Geschichte gereicht und natürlich war der ganze Raum, wie in der Weinerei üblich, eins, ohne Burggraben zwischen Publikum und Vortragenden.

Ganz toll gemacht Mädels! Ich bin stolz und danke auch an den Sprachkrach der auch tatkräftig nicht nur mit Wodka zur Seite stand.

*es war nur Wasser in der Flasche auf dem Tisch der Vortragenden. Nur zur Info für die, die sich immer noch wundern was die beiden so vertragen können.

2 Kommentare 1. Dezember 2008

Nürnberg Erfahrungsaustausch mit Herrn von Runkenstein

Wer den Herrn von Runkenstein samt seiner horizonterweiterndern Ader nicht kennt, war zumindest noch nie bei einer aus.lese, und zwar noch auf keiner einzigen. Es ist sicherlich nicht einfach HvR zu begreifen. Für eine Beschreibung dieses Zeitgenossen reicht der bisher verfügbare Wortschatz der Menschheit ja nicht aus, geschweige denn der deutsche oder gar fränkische. Ist es Religion, Wissenschaft oder Visionäres? Oder alles Zusammen?
Hin und wieder besucht er jedenfalls Nürnberg (“aufgrund eines erhöhten Schwerkraftfeldes unterhalb dieser Perle an der Pegnitz”) und kann uns deshalb auch etwas über diesen geheimnisvollen Ort berichten. Bitte schön.

Name/Pseudonym: Herr von Runkenstein. Weder “Herr Runkenstein” noch “Runkenstein” noch “Dieser Runkentyp da”.
Alter: Lässt sich aufgrund umfangreicher Raum- und Zeitreisen sowie diverser Zeitdehnungen, -streckungen und -schleifen nicht genau ermitteln.
Beschäftigung: Abenteurer und Forscher im weitesten Sinne, angetrieben von gelegentlicher Geldgier, regelmäßigen was-wäre-wenn-Experimenten sowie einer ausgeprägen ich-mache-es-weil-ich-es-kann-Weltanschauung.
URL: runkenstein.de

Warum Nürnberg?
Warum nicht? Es gibt wesentlich schlimmere Orte. Nürnberg ist beispielsweise besser als:

  • Castrop-Rauxel. Nürnberg klingt einfach schöner, melodischer, kosmopolitischer.
  • Der Mond. Da ist es zwar schön ruhig, aber auch nur schwarz-weiß.
  • Nordkorea. Denn in Nürnberg gibt es keine lästigen Militärparaden und keinen Diktator, dafür genügend Strom und ausreichend Nahrung.
  • München. Hab bisher nur schlechtes darüber gehört.
  • Treibsand. In Nürnberg kann man zwar auch versinken, aber nur im übertragenen Sinne.
  • Der Nordpol. Denn Nürnberg hat wärmeres Klima (zumindest bis jetzt noch), mehr Menschen, und es schmilzt nicht weg.

Ist Nürnberg schön?
Das klingt nach einer Fangfrage. Selbstverständlich ist Nürnberg schön!
Zwar nicht so schön wie Bad Runkenstein, doch definitiv schöner als München, Duisburg, Bielefeld, Halle, Pjöngjang, Juckreiz und Blutsuppe.

Was sollte man in Nürnberg tunlichst unterlassen?

  • sich verfahren.
  • Einen Einheimischen als “Bayer” bezeichnen.
  • Schwarzen Löchern anbieten, ihren Hunger zu stillen.
  • Eine Leiche auf dem alten Indianerfriedhof vergraben.

Was sollte man in Nürnberg unbedingt tun?

  • Nürnberger essen. Die Würstchen, nicht die Leute!
  • Einen Einheimischen als “Bayer” bezeichnen.
  • Brücken- und Bardenfestival besuchen.

Nur Nürnberg hat?

  • Ein Parkhaus unter einer Insel in der Pegnitz. Das muss man sich mal vorstellen: Ein Flussinselparkhaus! Unterirdisch! Sowas verrücktes würde mir selbst auf mit LSD gestrecktem Crack nicht einfallen!
  • Die aus.lese in der Weinerei. Beste Unterhaltung mit erstklassigen Künstlern, und das für umsonst. Der gute Gast hinterlässt allerdings eine Spende.

Hinterlasse einen Kommentar 5. Oktober 2008

aus.lese 2.0

auslese.gifNachdem unsere erste aus.lese in meinem externen Wohnzimmer ja ein (ich will nicht mit Superlativen um mich werfen) sehr schöner Abend war, möchte ich hiermit den Nachfolger bewerben. Am Donnerstag 22.11. gehts weiter mit viel frischem Textgut – auch aus der fränkischen Blogszene – und Livemusik. Der Sugar Ray kümmert sich während der Performance um den Wein, das ist nämlich eine schöne Aufgabe. Mehr Infos hier oder hier. Bitte zahlreich erscheinen, sonst ist das Gejammer was verpasst zu haben wieder groß.

8 Kommentare 19. November 2007


Nürnberg Muggenhof - S-Bahn 2 Leipziger Platz Sprengung Milchhofturm 03 Arbeiter Graffiti Einbahnstrasse NBG Central Nightlife 02

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  • Erinnere mich gerade an die Zeit als gelöschte Tweets noch in der Suche auftauchten. Finsteres Mittelalter. Gut das wir das hinter uns haben 11 hrs ago
  • Wurde in Münchner S-Bahn von Subkulturmenschen angebettelt. Nicht agressiv. Wurden plötzlich von Polizei entfernt. Erleichterung im Abteil. 1 day ago
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