Schlagwort: franken

Danke für die Subkultur

Hätte nie gedacht, dass diese Seiten mal einen relegiösen Touch bekommen, aber die Jahre in Bayern reissen einfach irgendwann die Wunden der jungen Jahre wieder auf.
Das Gute an Bayern ist neben den leicht überdurchschnittlichen Gehältern ja die Nähe zu Österreich und damit zu Spuren von Resthumor. Nach Jahren der Verzweiflung bin ich nun auch auf Monochrom gestossen. Sie wahren immer da, auch in meiner Nähe aber wirklich bewusst wahrgenommen habe ich sie dann erst Ende letzten Jahres. Ich möchte hiermit auf diese durchaus international agierende, in Wien, Graz und Bamberg (!) situierte Kunstneigungsgruppe spät aber trotzdem hinweisen. Was alles in deren Umfeld entsteht mag man gar nicht anfangen zu erfassen. Aber es gibt Eindrücke, z.B. beim letzen mal Wien, da wurde mir auf der Roböxotica ein Drink künstlich hergestellt und mir fiel dann ein Gabba-Liveact wieder ein, der vor Jahren in einem Herrenklo nur durch ein Strobo illuminiert auf einem Kunstakademiefest in Nürnberg rockte. Dort gabs Monochrom-Flyer. Da waren sie also, diese Momente mit Monochrom, bewusst oder unbewusst.

Und dafür sag ich Danke, und hänge mich damit an eine schier endlose Reihe dankenswerter Dinge, geschickt vor einigen Jahren intoniert von eben jener Kunstneigungsgruppierung:

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[Danke Quelle] [Siehe auch]

Hinterlasse einen Kommentar 20. Januar 2010

Kantine Franken

Der Sugar Ray pendelt ja zwischen den Welten. Er ist in der Kantine in München genau so zu Hause wie in der Kantine in Nürnberg. Historisch und durch den Einstellungsort bedingt sind die Stunden die bisher in der Franken Kantine zugebracht wurden natürlich viel zahlreicher als die in München auch wenn das Essen in der dortigen Kantine eine ganze Liga besser ist als der fleischlastige Pampf den es hier gibt, aber das ist eine andere Geschichte.
Auffällig ist, dass es in München öfter mal vorkommt, das Menschen mit ihren Tabletts zusammenstoßen und eine Sauerei machen. Natürlich ist das kein großer Aufhänger und bei dem Gedränge und der knappen Zeit zur Mittagespause mehr als verständlich. Dagegen ist es mir hier in Nürnberg noch nie aufgefallen, dass irgendwer sein Tablett runtergeschissen hat oder mit wem zusammengestoßen ist. Eine Erklärung musste her und das Thema wurde in einer Pause dann zur Sprache gebracht.
Vorschläge wie „in der großen Stadt ist alles viel stressiger und hektischer als hier am Dorf“ oder „das ist die fränkische Gemütlichkeit“ wollten nicht so recht greifen bis dann die (urfränkische) Kollegin mit der einleuchtenden Erklärung kam: „In Franken hat man gelernt, sich aus dem Weg zu gehen!“

3 Kommentare 8. Dezember 2008

bekommste was, dann biste was

Ich möchte eine Beobachtung, eine lokale Eigenheit dokumentieren, die mir, seit ich zum ersten mal in Nürnberg beim Bäcker war, auffällt, bzw. sogar gegen den Strich geht. Und zwar diese unglaubliche Überheblichkeit sich als Kunde vor eine Brötchentheke zu stellen oder einen Kellner anzusprechen und mit Aussagen zu konfrontieren, die so noch gar nicht bewiesen sind.
Konkret heisst das, dass der lokale Kunde z.B. an die Brötchentheke kommt und seine Bestellung selbstsicher vor sich hin trällert: „ich bekomm drei Brötchen.“. Punkt. Woher weiss der Kunde das? Woher weiss er, dass er die drei Brötchen bekommt und nicht ein „Nö, du nicht…“ an den Kopf zurück geflogen kommt?
Ein ordentlicher Kundenwunsch wird mit den warmen Worten „ich hätte gerne drei Brötchen“ formuliert. Oder freundlich im Restaurant: „kann ich bitte die Rechnung bekommen?“. Oder interessiert: „hmm, der Kuchen dort siegt aber lecker aus, würden sie mir ein Stückchen einpacken?“. Beim Bäcker hier um die Ecke hört man nur ein raues: „ich bekomm ein Stück von dem Kuchen da“.
Natürlich kann der Kunde seine Forderung stellen und im Grunde erwarten, dass Folge geleistet wird. Nur hat das mit Freundlichkeit nichts zu tun. Ich hätte keine Lust einen ganzen Tag hinter der Theke zu stehen um mir Befehle von irgendwelchen Dahergelaufenen anzuhören.
Vielleicht hat das aber auch was mit Bildung und sozialem Stand zu tun, so genau hab ichs nun auch wieder nicht erforscht. Auch ist diese praktisch normale Unfreundlichkeit kein rein fränkisches Phänomen, sondern generell im süddeutschen Raum anzutreffen. Ich hab’s nunmal hier kennen gelernt.

4 Kommentare 13. November 2007

Nürnberg Erfahrungsaustausch mit Stilhäschen

Natürlich darf eine Portion fränkischer Positivismus und die Stimme für die Partei der Biertrinker nicht fehlen, hier vertreten durch das Stilhäschen:

Name/Pseudonym: Stilhäschen
Alter: 31
Beschäftigung: Ja. Mit Zeug, Design und Geschwalle.
URL: http://www.stilhaeschen.de

Warum Nürnberg?
Schiggsahl, keinesfalls Heimweh. Ich hätt’ lieber Hamburg oder Köln genommen, zur Not sogar Berlin. Aber um mich geworben hat eben nur Nürnberg – wenn man das mal in diese Kiste übertragen will: der Kindergartenkumpel. Die hippen Kerle mit den schicken Schlitten wollten ja nicht. Und jetzt kann ich sagen: das war das Beste, was mir passieren konnte. Ehrlich, treu und mit unschlagbarem Humor. Und dem mit Abstand bestmöglichen Bier im Keller.

Ist Nürnberg schön?
Nicht schöner als andere Städte, aber auch nicht hässlicher. Und die besten Momente hat man sicher nicht an klassischen Touri-Orten. Schön isses ja überall da, wo man sich trotz oder wegen aller Hässlichkeit zuhause fühlt.

Was sollte man in Nürnberg tunlichst unterlassen?
Zuhören, wenn Marcharedd Mülllller (dieses rausgekotze L! Als ob Lippen und Zunge von Wespenvölkern bestochen worden wären!) ihre Blagen Beedra-Mischellll und Lllugga-Lllluhsjöö ruft. Das schlägt alle verdreckten Hinterhöfe, das muss ich zugeben.

Was sollte man in Nürnberg unbedingt tun?
Bier trinken, z.B. in der Altstadtbrauerei. Und Schäufala essen, z.B. in den Albrecht-Dürer-Stuben. Bei mehr als zwei Tagen Zeit unbedingt mal raus in die Fränkische, am besten mit dem Zug – wecher denne Brauereien, ist klar.

Nur Nürnberg hat…
Uff. Ich sag’ ja gern: Nürnberg ist das neue Berlin. Und Fürth ist Ostberlin, und das meine ich jetzt gar nicht abfällig. Ihr werdet alle noch an mich denken, Ihr Hipster.

3 Kommentare 24. August 2007

horch a mol…

Um zu lernen, wie der Mensch an sich hier im Frankenland so tickt, ist irgendwann Wissen über die Mundart, den Dialekt, ganz hilfreich. Ich habe ja schon so manches Mal richtig doof geguckt und mit Unverständnis auf so manche Kommunikationsversuche insbesondere der Grattler hier reagiert. Ich habe Vermutungen über die Hintergründe der “Mindsets” der Einheimischen entwickelt, aber so richtig greifbar wurde es erst jetzt durch einen 15 Minütigen Fränkisch-Chrashkurs der Deutschen Welle: Frängisch beim Schobbe, von Erdäpfeln und Erdbirnen.

Mein Resume: wie zu erwarten alles sehr bäuerlich, bodenständig und es dreht sich kleinbürgerlich zu viel um den Alkohol. Man grenzt sehr gerne ab, sei es von Bayern oder vom nächsten Dorf. Alles was anders ist, ist nicht erwünscht. Man unterscheidet lustigerweise zwischen Bierfranken und Weinfranken, wobei der Weinfranke eher der geselligere und gemütlichere Typ ist (auch meine Erfahrung!), und der Bierfranke eher etwas “langsamer und schwerer” ist. Bier- und Weinfranken sind dann auch regional etwas unterschiedlich verteilt. So um Nürnberg rum regiert der Bierfranke. Die weltweit höchste Brauereidichte legt diese Vermutung nahe. Das erklärt auch die streckenweise arg mumpfige Mentalität hier und das dazu passende Aussehen der Stadt. Die Weinfranken sind nördlicher angesiedelt und wie durch ein Wunder sind die Landstriche dort auch spürbar offenherziger.

Und die Moral von der Geschichte: ich hätte mich besser informieren sollen, wo ich hinziehe…

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Weitere deutsche Dialekte gibts im Dialektatlas

13 Kommentare 8. Mai 2007

Nö, danke…

ich-danke-dir-net.jpgAn der katholischen Frauenkirche direkt am Nürnberger Hauptmarkt hängt gerade ein Plakat, das für ein Projekt für Menschlichkeit Werbung macht. Leider hat die Aktion ein kleines phonisches Problem. Im hier üblichen Dialekt klingt die Domain ich-danke-dir.net nicht nach Dankbarkeit.

24. Februar 2007


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