Wanderungen durch urbane Brachen. Die Idee ist gut und interessant nicht nur für Stadtplaner. Das Stadtgebiet von Nürnberg besteht ja zu auffällig großen Teilen aus Brachen und Baulücken die sich nur schwerfällig füllen, es entstehen eher noch neue. Warum also nicht auch diese Teile der Stadt erwandern als immer nur die historischen? Nun, der Haken an der Sache ist, dass diese Wanderungen schon passiert sind. Als “Vordenken über Stadt” gingen diese Exkursionen vor kurzem in die vierte Runde. Schon wieder vorbei, aber vielleicht kommt ja eine fünfte Runde und vielleicht dann auch rechtzeitig eine Info von BauLust.
Man findet mit etwas Glück noch die Flyer mit den Karten der drei Wanderungen der vierten Runde zum heimlichen nachlaufen.
28. Juni 2009
Camera Obscura 2005/1-Inf ist ein weltweites Projekt bei dem jede Woche gleichzeitig zwei Löcher einer Doppelloch-Camera Obscura bei Ebay versteigert werden. Es ist eine Hommage an den polnischen Künstler Roman Opalka und sein Werk 1965/1-∞. Die jeweils Höchstbietenden erhalten nacheinander eine Lochkamera, geladen mit einem Stück unbelichteten Film, stechen selbst das Loch und belichten jeweils ihre eigene Fotografie. Durch den geringen Abstand der beiden Löcher überschneiden sich die Motive zu einem Teil, wodurch ein gemeinsames fotografisches Bild entsteht, geschaffen von zwei Menschen an verschiedenen Orten, inmitten einer endlosen Reihe von Parallelbelichtungen. Alle Teilnehmer erhalten die von ihnen gemachte Doppelbelichtung in Originalgrösse zugeschickt. Die Kameras, zusammen mit den dazugehörigen Doppelbelichtungen werden fortan in einer Dauerausstellung in der Stuttgarter Galerie Merid ausgestellt und sind auf der Internetseite zu sehen.
Der Sugar Ray hat im Frühjahr das Pinhole #415 (linke Seite) gestochen und den Kamerakarton den Hesperidengarten gehalten. Pinhole #416 (rechte Seite) kommt aus Buende in der Nähe von Bielefeld und es ist bisher nicht klar was dort zu sehen ist.
14. Mai 2009
Der Winter ist quasi vorbei und auch wenns vielleicht nocht ein paar Wochen dauert, so hilft diese Zeit einfach sich noch etwas ausgefeilter auf den anstehenden und unvermeidlichen Frühling vorzubereiten. Aber wenn ich so rausgugg, dann kann man eigentlich schon anfangen. Es gibt da nämlich ein Problem. Nürnberg ist eine fast komplett zugebaute Stadt. Die wenigen Grünflächen kann man an einer Hand abzählen. Einem Bericht zu Folge ist Nürnberg die zweit zubetonierteste Stadt Deutschlands, nur noch getoppt von Passau. Überall Häuser dicht an dicht. Wenns mal ne Lücke gibt, dann wird sofort der nächste Klotz geplant und hingestopft. Einfach mal nichts machen, Luft lassen und nen Baum pflanzen ist undenkbar, und vermutlich auch gar nicht finanzierbar und es würde ja auch das Stadtbild stören. Kann man nichts machen, oder doch?
Nun, die Idee wäre vielleicht die folgende. Warum kauft nicht jeder im Baumarkt um die Ecke für ein wenig Geld ein paar Samen einer Pflanze der Wahl und steckt/wirft/streut sie einfach in die nächste betonfreie Ecke, Ritze, Blumenkasten, Parkbucht, etc.? Müssen ja keine Tulpen sein, der einfache Löwenzahn tut’s ja auch schon und wäre zudem eine schöne Hommage an das Intro der gleichnamigen Fernsehserie. Guerilla Gardening nennt sich das dann und ich fordere alle und jeden der das hier liest dazu auf, diese Stadt in einen urbanen Urwald zu verwandeln!
11. Februar 2008